Der Mischer

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Nochmal mischen!
Dann der Frauenhaushalt. An meine älteren Brüder habe ich zu dieser Zeit gar keine Erinnerungen. Einschneidende Erinnerung an meinen großen Bruder war weit vor meinem dreizehnten Lebensjahr, ich denke eher mit zehn Jahren. Da hatte er meine in den Haaren meiner Schwester verkrallte Faust mit Gewalt geöffnet und mir noch mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Nicht das ich es nicht grundsätzlich verdient hätte, ich mich vielleicht sogar etwas befreiter gefühlt hatte als meine Schwester sich nach Ihrer Befreiung von mir zurückzog. Ich weiß nur dass ich mir an diesem Tage wieder einmal nicht mehr zu helfen wusste mein Recht auf Sein in welcher nicht mehr nachvollziehbaren Form auch immer gegenüber meiner Schwester zu verteidigen als mich in Ihren Haaren zu verkrallen und sie so auf Distanz zu halten. Der Vorwurf der für tausend andere Fälle zurecht bestanden haben mag ich hätte ihr an den Haaren gezogen, galt für dieses Mal nicht. Befreit hatte ich mich gefühlt weil ich nicht mehr in der Lage war meine Faust selbständig zu lösen und die kämpfende, schlagende, wütende Schwester frei zu geben und Ihre Reaktion an mir zu ertragen ...

aus "The Park Talks"
von Thomas Trehern (Autor)

Seit tausend Jahren das gleiche Bild. Nichts hat sich geändert auf dieser Welt. Die Menschen sterben den gleichen Tod: Gefoltert, geschändet, verhungert in Not. Was ist falsch an unserer Glaubenssicht? Oh Herrgott, gib uns doch Zuversicht! ...

aus "Gedichte"
von E.H. Peter Roitzsch (Autor)

"Und was ist das, Rainer? Hast du irgendeine Idee, was das sein könnte?" "Sieht irgendwie nach einem Wappen aus - find ich jedenfalls." "Vielleicht. Hast du sonst noch was?" "Ja, kann man wohl sagen." "Und was?" Wie bei einem spontanen Stoßgebet schlug der Gerichtsmediziner seine Hände mit einem leisen Knallgeräusch vor den Kopf, berührte kurz mit einigen Fingerknöcheln die Lippen, trennte anschließend die beiden Hände wieder voneinander und ließ sie langsam auf die Schreibtischplatte niedersinken. "Also: Der Tote war gar nicht tot, als er von dem Zug überrollt wurde." "Wieso denn das?" "Na, weil der Stickstoffanteil ..." "Komm, verschon mich mit unnötigen Details!" "Unnötig? ... Na ja, jedenfalls wurde der Mann mit einem Medikament betäubt, das man sonst eigentlich nur in der Tiermedizin verwendet. Und zwar als Narkotikum vor der Letaldosis." "Bitte allgemeinverständlich, lieber Herr Doktor!" "Also, gut: Nehmen wir einmal an, du wolltest diesen kleinen fetten Dackel, der dich zu Hause immer tyrannisiert, von einem Tierarzt einschläfern lassen ..." "Welch eine traumhafte Vorstellung", schoss es aus Tannenberg spontan heraus ...

aus "Ohnmacht"
von Bernd Franzinger (Autor)

Kieran zwang sich, wie so oft, die Gespenster seiner Vergangenheit zu verdrängen. Er wollte sich nicht an Maires schreckliches Ende erinnern. Sein müder Blick fiel auf die beiden Retter in seinem Schlafzimmer, die völlig selbstvergessen Zärtlichkeiten austauschten. Bei aller Dankbarkeit ? das musste nicht sein! Kieran stand auf und räusperte sich: "Dies ist m e i n Schlafzimmer!" Angel und Donates fuhren auseinander und Nik, der beeindruckt die CD-Sammlung des Vengadors studiert hatte, täuschte rasch einen Hustenreiz vor, um seine Belustigung zu verbergen. Sofort traf ihn Kierans kalter Blick. "Was tut e r hier?" "Nicholas gehört zur Familie. Ohne ihn hätten wir dir nicht helfen können!" Donates? Stimme klang nicht weniger scharf, als die seines Lehrers. "Ich denke, es ist besser, wenn ihr jetzt geht!" Die drei folgten seiner Aufforderung umgehend. Angelina lächelte, als ein warmes Ich danke euch! durch ihren Kopf wehte, bevor sie wieder aus der Zwischenwelt in ihr eigenes Haus zurückkehrten. ...

aus "Der Venuspakt"
von Jeanine Krock (Autor)

Nochmal mischen!