"Besser, ich bringe dich nach Hause", sagte ich leise. Sie sah mich an und wischte sich verschämt die Tränen aus den Augen. "Tut mir Leid, ich bin sonst keine Mimose." Sie zupfte fahrig ihre Kleidung zurecht, nach Atem ringend und heftig zitternd. Noch konnte sie ihre Gefühle nicht beherrschen, aber ich genoss es. Wir wechselten auf die Vordersitze, beide zum Zerreißen aufgewühlt, und sie dirigierte mich ans andere Ende der Stadt. Nach einer halben Stunde Fahrt, während der ich einmal kurz den Eindruck hatte, dass uns ein Wagen verfolgte, erreichten wir ein Mehrfamilienhaus aus rotem Backstein. Sie wandte sich zu mir um, und ich sah die Verlegenheit auf ihr Gesicht zurückkehren. "Bitte, denk nichts Falsches von mir", flüsterte sie so leise, als hätte sie Angst, die Stille der Nacht zu zerreißen, "aber ich will jetzt nicht alleine sein. Ich fühle mich auch so schon furchtbar verlassen in dieser neuen Wohnung und -" Sie brach ab und starrte nach draußen. Das Laternenlicht schimmerte in surrealem Orange auf ihrem außergewöhnlichen, fein gezeichneten Profil, auf der hohen Stirn und dem kleinen, süßen Überbiss. "Spitzmaulnashörnchen", säuselte ich sanft
...
aus "
Die Verdammten"
von
Leah B. Natan (Autor), Jay Kenshaw (Autor)