"Und was ist das, Rainer? Hast du irgendeine Idee, was das sein könnte?" "Sieht irgendwie nach einem Wappen aus - find ich jedenfalls." "Vielleicht. Hast du sonst noch was?" "Ja, kann man wohl sagen." "Und was?" Wie bei einem spontanen Stoßgebet schlug der Gerichtsmediziner seine Hände mit einem leisen Knallgeräusch vor den Kopf, berührte kurz mit einigen Fingerknöcheln die Lippen, trennte anschließend die beiden Hände wieder voneinander und ließ sie langsam auf die Schreibtischplatte niedersinken. "Also: Der Tote war gar nicht tot, als er von dem Zug überrollt wurde." "Wieso denn das?" "Na, weil der Stickstoffanteil ..." "Komm, verschon mich mit unnötigen Details!" "Unnötig? ... Na ja, jedenfalls wurde der Mann mit einem Medikament betäubt, das man sonst eigentlich nur in der Tiermedizin verwendet. Und zwar als Narkotikum vor der Letaldosis." "Bitte allgemeinverständlich, lieber Herr Doktor!" "Also, gut: Nehmen wir einmal an, du wolltest diesen kleinen fetten Dackel, der dich zu Hause immer tyrannisiert, von einem Tierarzt einschläfern lassen ..." "Welch eine traumhafte Vorstellung", schoss es aus Tannenberg spontan heraus
...
aus "
Ohnmacht"
von
Bernd Franzinger (Autor)